Historie der BSG und SG Chemie Erkner

 

Der Nachweis des organisierten Sports in Erkner begann bereits im 19. Jahrhundert.

Die Anfänge des ersten Arbeitersports liegen im Jahre 1850. Der 1877 in Erkner gegründete Bürgerliche Sportverein begann mit den Sportarten Turnen und Gymnastik.

Im Jahr 1906 befindet sich der Nachweis über einen Radsportverein „Wanderer“.

Im gleichen Jahr wurde die „Freie Turnerschaft“ und der Ruderverein „Freiheit“ gegründet. 

Nach Beendigung des ersten Weltkrieges wurde der Sportverein Erkner mit der Sportart Fußball gegründet, ebenso Leichtathletik und Feldhandball.

Im Juni 1927 wurde der Sportplatz am Dämeritzsee eingeweiht und 1928 die ersten Tennisplätze in der Hessenwinkler Straße angelegt.

Der zweite Weltkrieg brachte erneut erhebliche Rückschläge in der Sportentwicklung.

So begann im Jahr 1945 ein neues Kapitel in der Geschichte des Sports.

Die älteren unter ihnen können sich sicherlich noch an die vielen Schwierigkeiten erinnern, die uns der Krieg hinterlassen hatte.

Die meisten Sportstätten waren zerstört, es fehlte an Sportkleidung und an Sportmaterial.

 

In den darauffolgenden Jahren wurden in den einzelnen Sportarten die unterschiedlichsten Aktivitäten entwickelt.

Die Zentrale Sportgemeinschaft, die 1948 gegründet wurde, bestand aus den Sportarten Fußball, Radsport und Rudern. Sie gilt als Vorläufer unseres Vereins.

Als Leiter der ZSG wurde der Sportfreund Ring gewählt, dessen Herz bis zu seinem Tode im vergangenen Jahr dem Sport gehörte.

 

Im Frühjahr 1951 war es dann auch in Erkner so weit.

Die ersten Betriebssportgemeinschaften wurden im Land Brandenburg bereits im Jahr 1949/50 gegründet.

Die Betriebe VEB Teerdestillation und Chemische Fabrik Erkner und VEB Plasta Erkner erklärten die Bereitschaft zu Trägerbetrieben für eine zu gründende Betriebssport-gemeinschaft.

Damit waren die materiellen Fragen geklärt und günstige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit geschaffen.

Der erste Vorsitzende der Betriebssportgemeinschaft war der Sportfreund Richard Böhm, Betriebsangehöriger der Teerwerkes.

1953 übernahm dann der Sportfreund Karl Hahn diese Funktion.

Zu diesem Zeitpunkt waren in der BSG 280 Sportfreunde in den Sportarten Fußball, Turnen, Rudern, Radsport und Handball organisiert.

An dieser Stelle sollen die Sportfreunde genannt werden, die unter schwersten Bedingungen den Sport in Erkner aufgebauten und mit ihrem Wirken wesentlich zu unserer Entwicklung beigetragen haben.

Bei der Sektion Radsport waren es die Sportfreunde Winkler, Jürs und Hoffmann, bei den Ruderern die Sportfreunde Knauf, Becker und Wenzel, bei der Sektion Handball die Sportfreunde Rohde und Hahn, bei der Sektion Fußball die Sportfreunde Ring, Hamann und Knitter, bei der Sektion Turnen die Sportfreundin Griesert und der Sportfreund Herbert Mischke.

Unter den erwähnten Bedingungen war es dann auch möglich, den Sportplatz am Dämeritzsee im Jahr 1952 instand zu setzen und sanitäre Anlagen zu errichten.

Im Jahre 1960 schieden dann die Ruderer aus unserem Verband aus und schlossen sich der BSG „Stahl“ Schöneweide an.

 

Zum gleichen Zeitpunkt wurde die Sektion „Segeln“ von der BSG „Einheit“ Woltersdorf übernommen. Der Beschluss des Verbundes Handball, diese Sportart nur noch als Hallensport weiter zu entwickeln, führte auch bei uns zum Verfall einer starken und erfolgreichen Sektion – standen doch keine Hallenkapazitäten in Erkner zur Verfügung.

Zum gleichen Zeitpunkt erreichten wir immerhin einen Mitgliederstand von 420.

1961 übernahm dann der Sportfreund Helmut Gölling die Funktion des Vorsitzenden, die er bis 1992 ausübte.

1969/70 entstanden die Sektionen Leichtathletik unter der Leitung von Sportfreund Günter Heinzig und Tennis unter Leitung von Gerhard Zimmermann und seit 1978 unter der Leitung von Sportfreundin Christel Feige auch erste Gedanken zum Neubau einer Kegelbahn.

Nach 20 Monaten Bauzeit – ohne Auftragnehmer! – konnten die ersten Kugeln geschoben werden.

Auch hier sollen die vorbildlichen Sportfreunde genannt werden.

Es sind Kurt Reinicke, Heinz Stolze, Werner Miek, Heinz Rodewald und Willi Hülse sowie Wolfgang Richter als Projektant und Technischer Leiter BSG.

Der verstärkte Aufbau der Trainingszentren führte auch bei uns zu dem Entschluss, den Leistungssport mit dem Aufbau der Trainingszentren Segeln, Radsport, Leichtathletik und Turnen zu unterstützen. Das brachte zwar neue Probleme und Arbeit, aber auch fiel Freude über die zahlreichen Erfolge unserer Sportler.

 

In diesem Zusammenhang sollen erneut Sportler genannt werden, die diese erfolgreiche Arbeit wesentlich beeinflusst haben:

 

Es sind in der Sportart:

Segeln                                     Horst Adam sowie Ingrid und Hans Altmann

Leichtathletik                         Günter Heinzig

Turnen                                    Herbert Mischke und Frank Hofer

Radsport                                 Erich Winkler und Heinz Friedrich

 

1974 konnten mit dieser Entwicklung immerhin 7 Sektionen und ein Stand 700 Mitgliedern erreicht werden.

Die Jahre 1970 bis 1976 waren wesentlich durch Baumaßnahmen zur weiteren Entwicklung des Sportes geprägt.

So entstanden neben der Kegelbahn neue Tennisplätze, ein zweiter Fußballplatz, neue Sanitär und Sozialräume sowie Lagerräume und Werkstätten für die Sektion Radsport.

Auch im Seglerheim begannen die umfangreichen Rekonstruktionsmaßnahmen, eine neue Dachkonstruktion und der Innenausbau, die zentrale Heizung, Sanitäranlagen, der Bau einer Schifferstube sowie die totale Erneuerung der Steganlagen und des Bollwerkes.

So ganz nebenbei entstand in den Jahren 1964 bis 1966 unser Hochseekreuzer „Berliner Bär“. Eine Interessengemeinschaft Hochseesegeln, an der Spitze unser Walter Moritz, verbrachte eine Leistung, die mit dreihunderttausend Mark nachgewiesen wurde.

Am Anfang stand eine Mittelmeerreise und dann war die Ostsee das Revier. Nach der Wende schwimmt der Berliner Bär immer noch, wir finden ihn in Norwegen, an der englischen Küste und vielerorts auf großer Fahrt.

Einen nicht unbedeutenden Anteil an der Entwicklung der BSG hatte die Patenschaftsarbeit mit allen Schulen und Vorschuleinrichtungen im Territorium.

So entstanden die Sektion Schach mit den Sportfreund Holger Vogel, die Sektion Tischtennis mit Sportfreund Manfred Kölske, Judo mit der Sportfreundin Heinrich und Volleyball mit Sportfreund Herbert Göhring.

 

Das gemeinsame Wirken orientierte auf die Schwerpunkte, auf die allgemeine sportliche Entwicklung und auf die maximale Nutzung der vorhandenen Sportstätten, die sich durch den Neubau der Turnhallen weiter verbessert hatte.

Das Jahr 1985 brachte eine neue Entwicklungsstufe. So konnte mit 12000 Mitgliedern, 11 Sektionen und 4 allgemeinen Sportgruppen eine sehr erfolgreiche Bilanz gezogen werden.

Mit dem 35. Jahrestag unserer Sportgemeinschaft, das war im Juli 1986, wurden auch die umfangreiche Rekonstruktion unseres Sportplatzes abgeschlossen und die Sportstätte zum „Stadion der Chemiearbeiter“ erklärt.

 

Bis zum Jahre 1989 wurde eine Mitgliederzahl von 1430 in 13 Sportarten und 4 allgemeinen Sportgruppen erreicht. 

In 12 Sportarten wurde aktiver Kinder- und Jugendsport geboten und 90 Prozent unserer Mitglieder standen im Wettkampfbetrieb.

 

Eine Bilanz, die sich sehen lassen konnte und mit der wir mit den erfolgreichsten Sportgemeinschaften des Bezirkes Frankfurt/Oder gehörten.

Nicht unerwähnt sollen die zahlreichen volkssportlichen Veranstaltungen bleiben, Betriebsmeisterschaften in vielen Sportarten, ebenso die Ortsmeisterschaften.

Schul- und Kindergartenmeisterschaften, Bummi-Spartakiaden, Mach mit – bleib fit!, Radwanderungen, „He, He, He -Sport an der Spree“ mit dem Berliner Rundfunk und der Löcknitzlauf in Kooperation  mit der Gemeinde und anderen Verbündeten.

Auch viele fröhliche Stunden im Kreise unserer Sportler gab es, zahlreiche Jubiläen, Sylvesterfeier und nicht zuletzt die Faschingsveranstaltungen im Seglerheim und in der Turnhalle Seestraße haben das bewiesen.

 

Die Wende 1989/90 brachte für uns völlig neue Bedingungen!

Da sich die Betriebe für die materielle Seite nur noch bedingt verantwortlich fühlten und sich auch der Rechtstatus mit dem Fortfall des DTSB veränderte, wurde bereits Anfang 1990 im alten Rahmen die Bildung des Vereins „SG Chemie Erkner“ beschlossen.

Es wurde eine Satzung erarbeitet und der Rechtsnachweis erreicht.

Die Eintragung in das Register erfolgte im Juni 1990.

Viele von uns wissen, dass es in den dann folgenden Jahren viel Neues für die ehemaligen DDR-Bürger zu entdecken gab. Daraus resultierten zahlreiche Probleme, die unter den neuen Bedingungen nicht im Interesse aller geklärt werden konnte.

Es gab viele Vorstellungen und wenig Bereitschaft zum Mitwirken.

Das hatte zur Folge, dass die Sektion „Handball“ aufgelöst wurde, da keine entsprechenden Hallen zur Verfügung standen.

Kleinfeldhandball gab es nicht mehr.

Die Sektion Segeln, territoriumsmäßig in Woltersdorf gelegen, mit einer Sportstätte, die jetzt der Gemeinde gehörte und diese entsprechende Forderungen stellte, machte sich selbstständig.

Es folgten die Radsportler, die Kegler, die Fußballer, Tennis und Volleyball.

 

Im Verband der SG Chemie Erkner verblieben die Abteilungen Turnen, Leichtathletik, Tischtennis, Schach, Judo und Gymnastik.

Nach der Stabilisierung und der Neuordnung in den Jahren 1991/92 schied dann noch die Abteilung Schach wegen fehlender Übungsleiter aus. Es kamen neu hinzu die Abteilungen Volleyball und Basketball.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit nach der Wende lag wieder in der Entwicklung des Kinder- und Jugendsportes. Hier erreichen wir immerhin 60 Prozent und eine angemessene Mitgliederanzahl von 240, die sich in den letzten Jahren positiv entwickelt hat.

Leistungssport wird in den Abteilungen Judo, Turnen und Leichtathletik mit Erfolg betrieben. Diese drei Sportarten haben sich sehr gut entwickelt.

Neue Leistungsträger vertreten uns bei den Kreis- und Landesmeisterschaften.

Es konnten auch zahlreiche Sportlerinnen und Sportler auf Grund ihren guten Leistungen an Sportclubs und sportorientierten Schulen vermittelt werden.

 

Im Jahre 1993 übernahm die Vereinsleitung der Sportkamerad Behlow. Berufsbedingt musste er dann 1994 diese Funktion abgeben, die dann von 1995 bis 1997 von den Sportkameraden Ina und Reiner Thüring übernommen wurde. 

Ab 1998 wurde dann Sportkamerad Günter Uschmann Vorsitzender des Vereins.

 

An dieser Stelle ein Dank an alle, die zur erfolgreichen Entwicklung beigetragen haben. Es seien stellvertretend für viele die Sportkameradin Ursula Schmitz, nunmehr seit über zwanzig Jahre als Übungsleiter Gymnastik tätig, die Sportkameradinnen Bürger und Thüring als Übungsleiter der Abteilung Leichtathletik, der Sportkamerad Stock als Leiter und Übungsleiter der Abteilung Judo und nicht zuletzt unsere Gabi Wurm, als Leiterin der Abteilung und Übungsleiter Turnen, sowie die Sportkameradin Below, der viele Jahre bei uns im Turnen aktiv tätig war, genannt.

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